Ich bezeichne mich selber gerne als Chaos Queen. Auch heute noch, obwohl es vor ein paar Jahren um einiges schlimmer war. Hier mal eine kleine Episode aus meinem täglichen Lebenschaos:
Mein Gott war ich froh als ich diese Schuhe entdecke. Es war genau so wie es sein sollte: Rein in den Laden, Schuhe gesehen, anprobiert, gekauft. Schöne lila-blaue Schuhe von Aces London. Sie sind sehr bequem und ich kann toll darin laufen. Wie dem auch sei, nach zwei Wochen fiel mir auf, dass sich die Sohle vom Rest des rechten Schuhs löste. Zum Glück hatte ich noch den Kassenzettel (Improvement Number 1: vor ein paar Jahren hätte ich den garantiert nicht mehr gefunden). Also nahm ich mir vor morgens noch früher aufzustehen und die Schuhe zu reklamieren – das brauchte eine Woche genaue Planung, immerhin musste ich mir überlegen was ich in welche Reihenfolge an dem Tag machen wollte. An dem besagten Tag krümelte ich mich also gegen 7.30 Uhr aus dem Bett, duschte, frühstückte und legte meine Schuhe in einer Tüte neben die Tür. Um den Bus noch zu bekommen, musste ich mich ein wenig beeilen. Unten erinnerte ich mich dann daran, dass ich den Müll oben vergessen hatte…aber der konnte auch noch warten; hauptsache ich hatte bald wieder bequeme Schuhe. Der Bus kam, ich rein in den Bus – und nach der zweiten Bushaltestelle ist es mir wie Schuppen von den Augen gefallen: ich hatte die Schuhe in meiner Wohnung liegen lassen (Improvement Number 2: früher wäre mir das erst im Laden aufgefallen). Ich also raus aus dem Bus, zu Fuß nach Hause, hoch in den 4. Stock gejagt und mir die Schuhe gekrallt. Ach ja, und den Müll natürlich auch. Wieder runter, ab in den Hof und die Tüte in den gelben Container geworfen – leider war es die falsche Tüte (Improvement Number 3: in der Vergangenheit hätte ich mit der Tüte Müll im Schuhladen gestanden). Und wie es das Schicksal so wollte war der Container am Vortag geleert worden, so dass meine geliebten Schuhe ganz unten lagen. Ich hatte mehr Glück als Verstand, dass der Container nicht auf mich rauf gefallen ist, als ich mit Beinen in der Luft und dem Oberkörper im Container hängend nach meinen Schuhen fischte – hoffentlich hat mich keiner gesehen, muss ziemlich komisch ausgesehen haben. Von da an tauchten keine weiteren Probleme auf – rein in den Bus, raus aus dem Bus, rein in den Laden, Schuhe abgegeben (wurden zum Schuster gebracht), wieder raus aus dem Laden…als Abholschein sollte ich den Kassenzettel wieder mitbringen, den ich mir pflichtbewusst an meinen Kühlschrank magnetierte. Ein paar Tage später wollte ich die Schuhe abholen. Als ich schon im Laden stand – ihr habt es bestimmt schon erraten – fiel es mir abermals wie Schuppen von den Augen: der Kassenzettel aka Abholschein magnetierte noch immer an meinem Kühlschrank. Die nette Verkäuferin weigerte sich standhaft mir meine geklebten Schuhe ohne Abholschein auszuhändigen – und das obwohl ich ihr die Schuhe genau hätte beschreiben können…also ich wieder nach Hause, hoch in den 4. Stock, den Abholschein vom Kühlschrank gerissen und wieder zum Schuhladen (ein Weg dauert ca. 15 Minuten). Die nette Verkäuferin hat auf den ach so wichtigen Abholschein einen Miniblick geworfen, ist dann nach hinten gegangen und ewig nicht wiedergekommen. Sie hat mit ihren Kolleginnen im Lager bestimmt noch Kaffe getrunken und Kuchen gegessen. Ich hatte mich gerade entschieden ihr hinterher zu gehen und sie anzukeifen, dass ich auch noch andere Sachen zu tun hätte als darauf zu warten, dass sie endlich mal das tut, wofür sie bezahlt wird, als sie in Zeitlupentempo auf mich zukam – aber immerhin hatte sie meine geliebten Schuhe dabei…jetzt kann ich wieder mit meinen blau-lila Schuhen durch mein Chaosleben gehen…
Nebenbei: die Vorgänger waren rot – und nach 3 Jahren so ausgelatscht und kaputt, dass ich mir neue Schuhe leistete (eben die besagten lila-blauen) – meine Mutter hatte mir allerdings verboten die roten im Garten zu beerdigen…ich trauere noch immer.
EVÖ: 15.09.2008
Samstag, 9. Januar 2010
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